30. Januar 2018

Mode im Barock

Von der katholischen Strenge zur wallenden Robe

 

 

Die Epoche des Barock ist vor allem geprägt durch das Zusammenspiel von Baukunst, Malerei, Theater, Musik und Mode. Sogar die Umgangsformen wurden in dieses alles durchdringende Lebensgefühl des Barock miteinbezogen. Denn der Barockmensch war ein Sinnesmensch, der in allen kulturellen Bereichen nach „Schönheit“ strebte. Ebenso ist diese Zeit die Gegenbewegung zurück zum Absolutismus sowohl der Kirche als auch des Staates. Hatte sich doch der Mensch in der vorangegangenen Epoche der Renaissance ein erhebliches Maß an Selbständigkeit errungen und mit Luthers Reformation gegen die übermächtige Kirche rebelliert. Um ihre absolutistische Macht zurück zu erobern, lebten sich Aristokratie und Kirche im Barock mit überbordender Repräsentation aus. Diese Machtdemonstration fand ihren Ausdruck in prachtvollen Kirchen- und Schlossbauten, großen Parkanlagen und eben auch der Mode und ihrer damit verbundenen überhöhenden Selbstdarstellung. 

Die Könige und Kurfürsten der europäischen Höfe gaben die Moderegeln vor und eiferten untereinander um den neusten und „schönsten“ Kleiderstil. Dem Adel wiederum ahmte der Hofstab nach und denen wiederum das Bürgertum. Da sich aber durch Mode auch Macht und Herrschaft ausdrückte, musste sich der Adel immer wieder was Neues einfallen lassen, um sich abzuheben und von den Untertanen abzugrenzen; schließlich konnte seine Königliche Hoheit ja nicht dasselbe tragen wie das gemeine Volk. Deswegen veränderte sich auch während der heute einheitlich als Barock bezeichneten Epoche der Modestil mehrfach.

Als Epoche des Barock wird die Zeit von 1575 bis 1770 bezeichnet. Sie unterteilt sich in drei Phasen: 

  • Frühbarock von 1575 – ca. 1650
  • Hochbarock ca. 1650 – 1720 und
  • Spätbarock, auch Rokoko genannt, von ca. 1720 – 1770

 

Veränderung der Kleidung im 17. und 18. Jahrhundert, Brockhaus Enzyklopädie, 14. Auflage (1902) / Bild: gemeinfrei

 

 

Ab 1575

Während des 16. Jahrhunderts, der auslaufenden Epoche der Renaissance, hatte Spanien großen politischen und wirtschaftlichen Einfluss in ganz Europa und so beeinflusste es auch den vorherrschenden Modestil über seine Grenzen hinaus. Da Spanien stark vom katholischen Glauben geprägt war, sollten vor allem die Damen tugendhaft und fromm aussehen. Die Kleidung war streng, um nicht zu sagen steif, einengend und hochgeschlossen. Diese sogenannte „Spanische Mode“ ist typisch für den barocken Kleidungsstil dieser Zeit, der sich trotz der schwindenden Macht Spaniens Anfang des 17. Jahrhunderts noch bis ungefähr 1620 in Teilen Europas hält.

 

Die Roben wurden akkurat glatt getragen.

 

Die Damen trugen einen „Verdugado“, einen kegelförmigen „Reifrock“ aus Korbgeflecht, darüber den „Manteau“, eine Art Mantelkleid, dieses war vorne dreieckig geöffnet. Darunter wurde ein Rock aus entweder gleichem oder anderem Stoffmuster getragen, die „Jupe“; der nicht sichtbare hintere Teil war aus minderwertigerem Stoff. Die kostbaren, teilweise sehr schweren, Stoffe fielen faltenlos herab und das Kleid berührte geradeso den Boden. Die Füße waren stets bedeckt.

 

Isabella Clara Eugenia von Spanien (um 1599) / Bild: gemeinfrei
Sie trägt einen kegelförmigen "Verdugado", "Manteau" mit zusätzlichen angenähten Hängeärmeln und Halskrause aus Spitze.

 

Den Hals umschloss eine große Krause, die von Damen und Herren gleichermaßen getragen wurde. Sie bestand aus mit Reismehl gestärktem Leinen und der Saum war meist aus Spitze oder Stickereien. Zusätzlich gehalten wurde die Krause von einem Untergestell aus Draht. Für solch eine „getollte“ Krause, die mit einem heißen Metallstab in ihre typisch geschlungene Form gebracht wurde, wird viel Stoff benötigt. Krausen komplett aus Spitze waren eher selten, denn Spitze war damals eine Luxusware, deren Verwendung in manchen Ländern irgendwann sogar verboten wurde; in Spanien beispielsweise ab 1623.

 

Peter Paul Rubens und seine Frau Isabella (um 1609) / Bild: gemeinfrei
Die Krägen variieren: Sie trägt noch die "Mühlsteinkrause", er den aufliegenden Spitzenkragen.

 

In den konservativen Niederlanden wurde der sogenannte „Mühlsteinkragen“ noch bis ca. 1660 getragen, der in seiner extremsten Form teilweise bis über beide Schultern auskragte. In den typischen Bildern von Rubens, Rembrandt oder auch van Dyck ist dies immer wieder zu sehen. Währenddessen die Damen in den niederländischen Gebieten länger als die Männer an der Halskrause festhielten, wurde außerhalb Spaniens von den Damen auch der "Medici-" bzw. "Stuartkragen" getragen, so wie beispielsweise von Königin Elisabeth I. von England. Teilweise kombinierte sie ihn mit einer schmalen Halskrause.

 

 

Elisabeth I. von England  (um 1600, Isaac Oliver) / Bild: gemeinfrei
Sie trägt einen "Medicikragen" aus Spitze, der vorne am Dekolleté endet und zusätzlich eine kleine Halskrause.

 

Die strenge „Spanische Mode“, ging auch an den Männern nicht vorbei. Der modebewusste Herr trug ein nicht minder aufwändiges Gewand, welches ebenso diese katholische Strenge und kühle Zurückhaltung ausstrahlen sollte.

Die Oberbekleidung bestand aus einem „Wams“, einer faltenlos, auswattierten, hochgeschlossenen Jacke mit Stehkragen. Es gab sie mit und ohne Ärmel, was auch in Kombination getragen werden konnte. Die Schulterpartie wurde durch Achselwülste verbreitert. Darüber trug der Herr einen Umhängemantel, die „Capa“, oder einen mantelartigen Überrock, der „Mandilion“, der häufig nur über eine Schulter getragen wurde.

Die Beinbekleidung bestand aus Strümpfen, welche bei Edelleuten aus Seide, bei einfachen Leuten aus Leinen oder Wollstoff war, dazu absatzlose Schlupfschuhe. Die Hose war oberschenkelkurz, bauschig und ausgestopft mit Hanf oder anderen Fasern, um die damals typische Kugelform zu erreichen. Im Deutschen „Heerpauke“, und in gerademal hüftbedeckender Variante „Culot“, genannt.

 

Sir Walter Raleigh (1552 – 1618) / Bild: luminarium.org
Er trägt "Heerpauke", Strümpfe und Schlupfschuhe, Wams mit Achselwulst, Halskrause und einseitig übergeworfenem "Capa" mit Pelzbesatz.

 

In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts

... strebte man allmählich nach mehr Freiheit und Natürlichkeit. Obgleich der Einfluss der Spanischen Mode in vielen Regionen noch anhielt, hatte sich mittlerweile Holland zu einer Handelsmacht entwickelt und gewann an Bedeutung. In der höfischen Mode bildet der Dreißigjährige Krieg (1618 – 1648) die Trennung zwischen der strengen spanischen und der verspielten französischen Mode.

 

Die Roben werden fließender und offenherziger.

 

Die Mode der Damen wurde wesentlich gefälliger und weicher. Der steife Reifrock wurde durch Hüftpolster und übereinander getragenen Unterröcken ersetzt. Die Röcke durften jetzt in lockeren Falten herabfallen. Das Oberteil wurde zu einem Mieder, ähnlich dem männlichen Wams, mit geschlitztem Schoßteil. Vorne steckte ein Holzstab, das „Blankscheit“, zur Versteifung drin und bildete auch die sogenannte „Schneppe“, die vorne in den Rock hineinreichte. Die Ärmel waren geschlitzt, bauschig und durch Abbindungen zu Puffen unterteilt.

Der ausladende Spitzenkragen, der Medici-/Stuartkragen, löst immer mehr die Halskrause ab. Das Dekolleté ist eckig ausgeschnitten. Hatte die spanische Kleidermode den weiblichen Busen quasi verleugnet, darf jetzt der Busenansatz zu sehen sein. Um doch etwas die holde Weiblichkeit zu bedecken, nahm frau ein zartes Tuch aus Gaze- oder Batiststoff.

In den nördlichen Niederlanden und deren Einflussgebieten trug die konservative Bevölkerung und der Adel überwiegend dunkle Farben und schwarz. Andernorts wurde auch Farbe getragen.

 

Marie-Louise de Tassis (Anthonis van Dyck, Niederlande (Flandern), 1630) / Fürstlich Lichtensteinische Gemäldegalerie Wien, Österreich / Bild: gemeinfrei
Sie trägt Mieder mit "Blankscheit" und tiefer "Schneppe", abgebundenen Puffärmeln, halbrundem Spitzenkragen („Medici-„) und Fächer aus Straußenfedern. Das Haar wird zu den Seiten hin gekraust getragen.

 

Bei den Männern wurde die Mode stark vom herrschenden Krieg beeinflusst. Die Kleidung musste praktischer und kriegstauglicher werden, und so wurde sie weiter und „beweglicher“.

Das Wams lockerte sich und an Brust und Ärmeln hatte es senkrechte Schlitze. Der Schoß bestand aus einzelnen, abgesteiften Teilen, den „Flasques. Die Soldaten trugen einen etwa oberschenkel- bis knielangen Leibrock. Auch getragen wurde der knielange, weich fallende Radmantel, der nur über eine Schulter getragen wurde. (Siehe Bild Sir Walter Raleigh)

Die Hose wurde zur Röhrenhose, war wadenlang und figurbetonter, weswegen in konservativen Regionen weiterhin die Knie- oder Pumphose bevorzugt wurde. Anstatt Schuhen wurden bis zu den Knien reichende Stulpenstiefel mit Sporen getragen. Als Kopfbedeckung gab es den Schlapphut mit wehender Straußenfeder, dazu offenes, halblanges und ebenfalls wehendes Haar.

 

„The Laughing Cavalier“ (Frans Hals, Niederlande, 1624), Wallace Collection, London / Bild: gemeinfrei
Mann in geschlitztem Wams mit durchscheinendem Hemd, Spitzenmanschetten, aufliegender Halskrause, Offiziersschärpe, Schlapphut.

 

Männer, die diese Art des Kleidungsstils mit billigem Schmuck und viel Schleifen und Bändern überluden, wurden in Deutschland und Frankreich „Monsieur à la Mode“ oder „À-la-mode-Kavalier“ genannte. Heute würde man wahrscheinlich „Dandy“ dazu sagen.

 

Anfang der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts 

..., direkt nach dem Dreißigjährigen Krieg, oblag vorerst keinem Land Europas eine Vormachtstellung. Als 1661 König Ludwig XIV. von Frankreich, genannt der „Sonnenkönig“, die Regierungsgeschäfte übernahm, eroberte Frankreich die Vormachtstellung in Europa in allen kulturellen Bereichen. Man kleidete sich wie in Versailles, man benahm sich wie in Versailles und es galt auch an anderen Höfen Europas als chic, französisch zu sprechen. Man kann sagen, dass von da an bis etwa 1770, dem Ende des Spätbarock (Rokoko), die Mode auf gesamt Europa von Frankreich ausging.

 

Opulent, verspielt, pompös.

 

Die Damen trugen Mieder mit einem fast schulterfreien, ovalen Ausschnitt mit gebauschten Dreiviertelärmeln. Das Dekolleté war offenherzig und wurde häufig von einer breiten Borte aus Nadelspitze umrahmt. Der Rock saß jetzt bündig am Mieder und hatte keinen aufliegenden Schoß mehr. Vorne lag aber immer noch die versteifte "Schneppe" auf.

Die eher ungemusterten Roben waren aus Seidenstoffen und bekamen Lebendigkeit durch den Faltenwurf und die entstehenden Lichteffekte.

 

Maria Theresia von Spanien (um 1660, Frankreich, Gebrüder Beaubrun) / Bildquelle: Die Welt
Sie trägt eine Seidenrobe mit versteiftem Mieder, tiefer "Schneppe", Dreiviertelärmeln und ovalem Dekolleté mit Nadelspitze.

 

Während die Dame oben auf dem Bild noch den gegen Mitte des Jahrhunderts modischen Hinterkopfknoten mit Perlenbändern trägt, trug die modebewusste Frau gegen Ende des 17. Jahrhunderts ihr Haar am Oberkopf glatt und an den Seiten des Gesichts in Lockentuffs gelegt. Eine lange Korkenzieherlocke fiel über die Schulter.

 

Louise de La Vallière, ab 1661 Mätresse Ludwig XIV. mit zeitgenössischer Frisur. / Bildquelle: Die Welt

 

Bei den Herren erfolgte eine Abwendung vom militärischen Charakter der Kleidung. Es entwickelt sich die sogenannte „Rheingrafen“-Tracht, dazu gehörte ein kurzes Wams mit dreiviertellangen Ärmeln. Am Bauch und an den Ärmeln war viel vom bauschig fallenden Hemd zu sehen, welches am Kragen und den Manschetten mit Spitze besetzt war.

Die sogenannte „Rheingrafen-Hose“ wurde sowohl vom Adel als auch vom Bürgertum getragen und ist eher ein Hosenrock, der bis zum Knie reicht. Es gab zwei Modelle: Zum einen den faltenreichen Rock, der im Schritt geschlossen war und zum anderen eine Rockhose, worunter häufig eine seidene Pumphose mit weitem Beinausschnitt und am Saum geschnürt, getragen wurde.

 

Kavalier in "Rheingrafen"-Tracht: Hose mit reichlich (sowohl seitlichen als auch am Bund) Bandschluppen, kurzem Wams und hervortretendem Hemd aus Seide mit Spitzeneinfassung. Um die Waden gebundene „Canons“ (breite, herabfallende Volants) aus Spitze. / Bild: rockmode.de

 

Das Ensemble wurde mit sehr viel Bändern, Schleifen und Rosetten verziert, kombiniert mit Seidenstrümpfen und Absatzschuhen mit großer Schleife. Das Haar wurde lang, gekräuselt und offen getragen, die sogenannte „Pudelfrisur“.

 

Karl II. von England in "Rheingrafenhose", in der Variante Pumphose. / Bild: gemeinfrei

 

Um 1670 führte Karl II. als sichtbare Abkehr von der französischen Mode den „Cassock“ am englischen Hof ein. Der Kassack war ein jackenartiger Herrenrock, enganliegend, oberschenkellang, schoß- und kragenlos. Wahrscheinlich eine Entwicklung aus dem Soldatenrock. 

Gerüchten zufolge zeigte sich Ludwig XIV. in einem ähnlichen Herrenrock im Heerlager den Soldaten. Der Soldatenrock war weit und locker geschnitten. Der Adel übernahm den salonfähig gewordenen Herrenrock in einem körperanliegenden Schnitt, der dann als „Justaucorps“ bezeichnet wurde. Daraus entsteht eine neue Anzugform, bestehend aus knielangem Herrenrock („Justaucorps“), oberschenkellanger Weste („Gilet“), der aufliegende Kragen fällt weg, stattdessen Hemd mit Halstuch oder Schleife und enger Kniehose. Diese Art sich zu kleiden wird sich so stark durchsetzen, dass sie bis zum Ende des Rokoko (ca. 1770) erhalten bleibt.

 

Auch Ludwig XV. (hier um 1750) trug noch den "Justaucorps", darunter oberschenkellange Weste, Hemd mit Halsbinde, „Culotte“ (anliegender Kniehose) und „Baudrier“ (Schärpe mit Degen) / Bild: gemeinfrei

 

Perfekt wird dieses Herrenensemble mit dem Dreispitzhut auf dem Kopf oder unter dem Arm getragen, so wie eines Degens. Allerdings diente dieser weniger der Selbstverteidigung, sondern sollte an die ritterliche Vergangenheit des adeligen Standes erinnern und gehörte obligatorisch zur Kleidung dazu. 

Auch diese Herrenmode wurde vom Bürgertum übernommen, unterschied sich aber grundlegend in der Auswahl der verwendeten Stoffe: Der Adel kleidete sich in Brokat, Seide und Samt, mit Stickereien und kostbaren Borten verziert, während das Bürgertum auf Wollstoffe zurückgreifen musste. Zudem war Farbe eine Ausdrucksform der Abgrenzung des Adels gegenüber niederen Ständen. So waren beispielsweise rote Absätze, silberne Schuhschnallen und weiße Seidenstrümpfe Symbole der Oberschicht.

 

König Ludwig XIV. von Frankreich im Krönungsornat. (1701, Hyacinthe Rigaud) / Bild: gemeinfrei

 

Die hochgestellten Herren trugen zudem die Allongeperücke auf dem Kopf und ihr Haar nun nicht mehr frei fallend und gekräuselt. Die Perücke war den Männern vorbehaltene und wurde nicht von Damen getragen. Sie hatte einen Mittelscheitel, rechts und links teilweise sehr hoch toupiertes Haar und fiel in geordneten Locken herab. Sie bestand aus Mensch- oder Tierhaar, in den Farben „löwenbraun“, gelb und dunkelbraun, später im Rokoko war sie dann weiß gepudert. Der Kopf darunter war kurz geschnitten oder kahl rasiert.

 

Herren mit "Allongeperücken" (1696, Nicolas de Largillière) / Bild: gemeinfrei

 

 

Übergang zum Rokoko 

Gegen Ende des 17. Jahrhunderts emanzipierten sich die Damen modisch von den Männern, die bis dato die Mode vorgegeben hatten, und entwickelten einen eigenständigen Stil. Die Taille war eng geschnürt, die Silhouette schlank und optisch gestreckt, was noch durch eine hohe Frisur „à la Fontange“ unterstützt wurde. Ursprünglich war sie eine Haube aus Spitze, in die aber im Laufe der Zeit das Haar mit eingearbeitet wurde und dadurch verschiedene Varianten entstanden. Die „Fontange“ war eine reine Modeerscheinung und keine offizielle Hoffrisur.

 

Dame (um 1690) im Stil „à la Fontange“ aus Spitze, „Manteau“ nach hinten gerafft, Oberteil vorn mit „Stecker“ und „Pagodenärmeln“.   / Bildquelle: fineartamerica.com

 

Als Gewand kam der „Manteau“ zurück, der vorn durchgehend geöffnet war und den Blick auf den Unterrock, die „Jupe“, und das Oberteil freigab. Der Rockteil des „Manteau“ wurde nun aber nach hinten hin gerafft, mittels Einlagen aufgebauscht und hatte eine lange Schleppe. Die Länge sagte etwas über den gesellschaftlichen Rang aus.

Das Oberteil ist ein Mieder, hatte ein viereckiges Dekolléte, dieses ist eingefasst in die Spitze des Unterhemdes. Vorn war ein versteiftes Dreieck angesteckt. Dieser auch dementsprechend benannte „Stecker“ war wie die „Jupe“ sichtbar und mit Spitze verziert oder mit feinem Stoff bezogen. Die Ärmel lagen am Oberarm eng an, waren dreiviertellang und wurden nach unten hin weit. Diese „Pagodenärmel“ waren ebenfalls mit Spitze verziert und tauchten ebenso in der Männermode als eine modische Variation am Justaucorps auf.

Bei den Herren wurde die Rheingrafen-Tracht wie oben beschrieben durch den Justaucorps, mit allem was dazu gehörte, abgelöst. Bis auf kleine Änderungen blieb dies die typische Männermode bis zum Ende des Rokoko. 

Daniele Ludewig

weiterlesen:

Mode im Rokoko

 

... und wer solche Roben mal in echt sehen möchte, dem empfehle ich die Dauerausstellungausstellung in Dresden im Residenzschloss!

Prunkkleid der Kurfürstin Magdalena Sibylla von Sachsen / um 1610 - 1620
Staatliche Kunstsammlung Dresden

 

 

Über Belle Sophie

Auf Belle Sophie geht es um Ästhetik.
Sie umgibt uns und begegnet uns jeden Tag in verschiedenster Form. Nicht immer ist das Empfinden für Ästhetik dasselbe. Meinungen gibt es unzählige. Auf Belle Sophie wird eine dieser Meinungen vermittelt.

Aus Liebe zum "ß", weil es einfacher schöner aussieht, taucht es in den Texten ab Oktober 2018 wieder auf. 


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