DIE ZEHN GEBOTE . . . des Essens

 

 

Nur vegetarisch, nur vegan, nur Rohkost, nur Bio, nur, nur, nur ... dauernd wird einem gesagt, dass man sich auf etwas beschränken soll und bestimmte Sachen nicht mehr gesellschaftsfähig sind. Fleisch essen beeinflusst den Klimawandel, weil Kühe zu viel pupsen, Eier und Milch soll man weglassen, damit generell weniger Tiere gehalten werden, dann soll man alles roh essen, weil das unsere Urvorfahren auch getan haben – wohlgemerkt bevor sie Feuer machen konnten. Die immer wieder neu erfundenen Ernährungsweisen und eine vermeintlich gesündere Art des Essens ist Propaganda einer Lifestyle-Bewegung und dem Wunsch, irgendwo dazuzugehören; und sei es auch nur zu einer Essensgemeinschaft.  

Meine Erkenntnis aus der vorösterlichen Fastenzeit, die ich erstmals in der kompletten Länge von Aschermittwoch bis Karfreitag mitgemacht habe, hat vieles bestätigt, woran ich entweder vorher schon glaubte oder was alten Weisheiten entspricht. Es gibt ja so einige Sprüche, die das Essverhalten regeln sollen, wie beispielsweise „Iss morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König und abends wie ein Bettelmann“. Es gibt aber nun einmal Leute, die morgens nur wenig essen können und stattdessen abends nach der Arbeit richtig Hunger haben. 

Ich persönlich halte gar nichts davon, mir irgendwelche ständig neuen Ernährungsregeln aufoktroyieren zu lassen, sondern habe meine eigene Essensreligion gefunden:

 

1.)   Der Appetit regelt den Bedarf!

Was der Körper braucht, danach verlangt er. Der Appetit ist die Stimme des Körpers. 

In Lebensmitteln sind Inhaltsstoffe wie Vitamine, Ballaststoffe etc. enthalten, die der Körper braucht. Da aber nicht jeder Mensch gleich ist – im Gegenteil zu dem, was man uns mit diesen propagierten Ernährungstrends weiß machen will – ist das Verlangen und auch das Bedürfnis eines jeden verschieden! (Aber Achtung: im Essen enthaltene Geschmacksverstärker können den Appetit manipulieren. Siehe Regel 8.)

Ich esse alles, worauf ich Lust habe, vom Fleisch bis Gemüse, von Eiern bis Obst und von Nudeln bis Käsekuchen. Das bedeutet meiner Meinung nach „ausgewogenes essen“!

 

2.)   Maß halten.

Wir, die gut genährten Zivilisationsbürger, essen in der Menge eigentlich zu viel. Dreiviertel oder sogar die Hälfte von dem, was wir täglich essen, würde uns auch ausreichen. 

Da der Magen ein Muskel ist, wird er sich im Laufe der Zeit verkleinern und der neuen geringeren Essensmenge anpassen. Das hat den positiven Effekt, dass man zukünftig schneller satt ist, generell weniger isst und auch seine Figur dadurch besser halten kann.  

 

3.)   Satt und fertig!

Langsames und genussvolles Essen ist grundsätzlich zu empfehlen, weil das Sättigungsgefühl erst nach circa 15 Minuten eintritt und man beim hastigen Essen diesen Punkt überschreitet. Wenn man das Gefühl hat, man ist angenehm satt, sollte man aufhören zu essen! Auch dann, wenn noch was auf dem Teller liegt. Es gibt natürlich Situationen, in denen man eventuell aufessen sollte, zum Beispiel, wenn man irgendwo zu Gast ist. Es macht daher Sinn, den Teller nicht so voll zu schaufeln und lieber einen Nachschlag zu verlangen; wodurch sich gleichzeitig der Gastgeber für seine Kochkünste gelobt fühlt.

 

4.)   Bei Hunger erst mal was trinken.

Erst mal ein Glas Wasser, Milch, Saft oder Lassi trinken; das beruhigt Magen und Gemüt und man kann in Ruhe überlegen, worauf man Appetit hat. Das hilft vor allem dann, wenn man hungrig von der Arbeit nach Hause kommt und will sich schnell eine Pizza in den Ofen schieben, weil man keine Geduld zum Kochen hat. Nach dem Essen stellt man dann fest, dass man den dritten Abend in Folge Tiefkühlpizza gefuttert hat. 

 

„Wenn ich richtig Hunger habe, bin ich nicht mehr nett! Ich will essen dürfen was ich will, ohne für den Klimawandel verantwortlich gemacht zu werden oder ein schlechtes Gewissen zu bekommen.“  

 

5.)   Im Zweifelsfall immer gegen den Angeklagten.

Anders als vor Gericht, wo die Unschuldsvermutung gilt, gilt bei Lebensmitteln: Wenn Sie sich unsicher sind, ob etwas noch „gut“ ist, schmeißen Sie es lieber weg.

 

6.)   Dran riechen!

Der Geruch oder Duft eines Lebensmittels sagt erstens etwas darüber aus, ob dieses noch frisch bzw. gut ist und zweitens, ob man es mag und auch verträgt. Kann man etwas nicht riechen, bedeutet es: „Mein Körper und ich mögen es nicht“. 

 

7.)   Nicht tyrannisieren lassen.

In einem Bericht wurde mal erklärt, dass wenn Kinder etwas nicht essen wollen, dieses dann wahrscheinlich auch nicht vertragen. Das läge daran, dass sich Organe während des Wachstums unterschiedlich schnell entwickeln. 

Lebensmittel werden auf unterschiedliche Art  und unterschiedlich schnell verdaut. Wenn also jemand etwas nicht essen möchte, ist das ein Zeichen, dass der Organismus dieses Lebensmittel oder einen Inhaltsstoff dessen, noch nicht richtig verarbeiten kann, womöglich gar nicht verträgt oder allergisch dagegen ist. 

Auch für Erwachsene gilt meiner Meinung nach dasselbe und ist eine Kombination aus Regel 6 + 1. 

 

8.)   Öfter mal das Kleingedruckte lesen.

Wenn Tofu nach Fleisch schmeckt, geht das nicht ohne künstliche Zusatzstoffe und Aromen! Vegane Lebensmittel als gesunde Ernährung zu bezeichnen und zu behaupten, man tue seinem Körper was Gutes, ist äußerst fragwürdig.  

Alle reden immer über den „bösen“ Zucker, stattdessen sollte man sich mal darüber unterhalten, welcher ungesunde und künstliche Mist tatsächlich in unseren Lebensmitteln enthalten ist. Sollten Sie sich mal die Mühe machen, die mit Absicht verschleiert beschriebenen Inhaltsstoffe zu entschlüsseln, werden Sie sich wundern, was in unserem Essen alles drin ist. Das kommt eher aus dem Chemielabor als vom Feld oder aus dem Stall. Hinzukommen die Medikamenten- und Düngemittelreste, die wir mit der Nahrung zu uns nehmen. 

Ich persönlich bin ja der Meinung, dass die Fettleibigkeit der Gesellschaft auch daher rührt, dass der natürliche Stoffwechsel des Menschen irritiert, wenn nicht sogar zerstört wird, durch diese ganzen Zusatzstoffe und die industrielle Herstellung der Lebensmittel. Das ist nicht mehr „natürlich“ und für den Menschen, der ein Naturprodukt durch und durch ist, nicht mehr geeignet!

 

9.)   Essenspropaganda widerstehen und durchschauen.

Vegetarisch, Vegan, Raw Food, Blutgruppendiät (eigentlich keine Diät, sondern eine Form der dauerhaften Ernährung) und ganz aktuell Clean Eating sind Ernährungstrends, die über die Gesellschaft gestülpt werden, wie eine große Mütze. An einer zu neudeutsch Food-Bewegung teilzunehmen, gehört heutzutage zum Volkssport und nimmt dabei überhaupt keine Rücksicht auf die Verschiedenartigkeit des Menschen und dessen individuellen Körpers.  

Sogar die jahrtausendealte ayurvedische Heilkunst, die auch die Ernährung einbezieht, akzeptiert die Verschiedenartigkeit von Menschen- und Verdauungstypen und teilt sie in drei Gruppen ein. Wieso werden wir heutzutage alle als eine Gruppe zusammengefasst? 

 

10.)  Essen mit Freude und Geschmack. 

Grundsätzlich ist essen eine schöne Sache und sollte auch Spaß machen. Und da das Essen für den Körper wie der Treibstoff für das Auto ist, sollte man auch nur bekömmliche und gute Sachen reinfüllen und nicht nur Nahrungsaufnahme betreiben! Es ist wichtig, dass die Qualität der Nahrung gut ist und dass man genussvoll isst. Dazu muss man kein Spitzenkoch werden und daheim den Fernsehköchen Konkurrenz machen und 3-Gänge-Menüs kredenzen. „Einfach aber gut“ reicht völlig aus.

 

Jeder Mensch ist anders und sollte deswegen von sich selbst wissen, wie er is(s)t! Es werden einem soviel Unsinn und Halbwahrheiten erzählt, dass man schon grundsätzlich alles hinterfragen sollte. Denn wenn man logisch darüber nachdenkt, kommt man eigentlich immer auf die Ursache oder die Beweggründe einer Sache. 

 

 

Wen’s interessiert:

Vorsicht vor Begründungen

Raw Food und die Begründung, unsere Urahnen hätten ja auch alles roh gegessen und deswegen sei es für uns eigentlich die bessere und gesündere Ernährungsform, kann eigentlich nur Quatsch sein. Ich muss es leider so direkt sagen! 

Erstens konnte der Urururmensch noch kein Feuer machen und „musste“ alles roh essen und zweitens hatte er anfangs nicht die Fähigkeit, Tiere zu jagen. Hinzu kommt, dass je nach Gegend in der unsere Vorfahren gelebt haben, sie auch unterschiedlich gegessen haben. Wo es Tiere gab, wurde Fleisch gegessen. Wo es eher Früchte, Nüsse, Pflanzen o.ä. gab, wurde logischer Weise mehr davon gegessen. Dementsprechend hat sich auch die Verdauung und die Lebensmittelverträglichkeit der Völker in den jeweiligen Regionen unterschiedlich entwickelt und hat bis heute in unseren Genen Bestand.

Und was bei der Lebensmittelindustrie die Begründung für Ernährungstrends ist – denn an jedem neuen Trendprodukt verdient sie Geld – ist bei der Politik die Begründung für Preiserhöhungen. Es gab zwei Bespiele, die mich seitdem immer wieder an der Wahrhaftigkeit der Berichterstattung zweifeln lassen:

In dem traumhaft sonnigen Sommer 2006 hat man in den Nachrichten verkündet, dass der Fleischpreis angehoben werden muss, weil die Deutschen während der Fußball-WM so übermäßig viel gegrillt hätten. Keine vier Wochen später wurde ebenfalls in den regulären Nachrichten berichtet, dass eine riesige Lagerhalle mit tonnenweise über das Verfallsdatum abgelaufenem und teils schon vergammeltem Fleisch gefunden wurde. Wie kann da ein Fleischengpass existiert haben?  

Wiederum vor ein paar Jahren wurde berichtet, dass der Milchpreis gestiegen ist, weil die Chinesen einen steigenden Bedarf an Milch hätten und alles aufkaufen würden. Es handelte sich damals allerdings lediglich um Milchpulver für Babynahrung, an der sie interessiert waren, da es in China eine schädliche Verunreinigung von Milchpulver gab. Diese musste nur „vorrübergehend“ ausgeglichen werden. Dass der erwachsene Chinesen richtige, flüssige Milch gar nicht verträgt, weil ihm das körperliche Enzym dazu fehlt, um sie zu verdauen, und es dementsprechend keine andauernde Nachfrage geben wird, blieb bei der Berichterstattung unerwähnt. 

 

„Und die Moral von der Geschicht’ 

frag dich immer, wem es nützt!“

Daniele Ludewig

Über Belle Sophie

Auf Belle Sophie geht es um Ästhetik.
Sie umgibt uns und begegnet uns jeden Tag in verschiedenster Form. Nicht immer ist das Empfinden für Ästhetik dasselbe. Meinungen gibt es unzählige. Auf Belle Sophie wird eine dieser Meinungen vermittelt.

Aus Liebe zum "ß", weil es einfacher schöner aussieht, taucht es in den Texten ab Oktober 2018 wieder auf. 


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