30. Juli 2016

Alleinerziehende Mütter

und Baby ohne Mann 

Teil 1

 

 

Frau mit Kind und Mann. 

Frau mit Kind, aber ohne Mann und ungewollt. 

Frau mit Kind, ohne Mann, aber gewollt = Single mit Baby. 

Frau mit ... oh je, so viele Möglichkeiten! 

Im Gegensatz zu früher kann eine Frau heutzutage so Einiges frei und selbstständig entscheiden. Karriere machen, wenn sie will. Kind bekommen, wann sie will. Beziehung haben, wenn sie möchte. Sie muss Nichts mehr, aus gesellschaftlichem Zwang heraus, sie kann stattdessen alles, was sie will. Und somit kann sie mit dieser erworbenen Freiheit den traditionellen Entwurf der Lebensplanung „Vater-Mutter-Kind“ in Frage stellen und verändern. Mittlerweile hat sich ihre Unabhängigkeit soweit weiterentwickelt, dass es sogar möglich ist, schwanger zu werden, ohne die Mithilfe eines Mannes. Naja, jedenfalls ohne direkten Kontakt mit dem Spender der nötigen Zutat! Dank Samenbänken gibt es Mutterglück auch ohne Sex.  

 

Es gibt unterschiedliche Gründe warum eine Frau alleinerziehend ist. Nicht jede Frau hat das gewollt oder entschieden. Die meisten wurden hineingeworfen in diese Situation, die sie dann zu meistern haben. Der Wunsch nach einem Kind ist für viele Frauen – wie auch für Männer, das will ich ihnen gar nicht absprechen - jedoch ein Herzenswunsch und wird gesellschaftlich auch eher nicht hinterfragt. (Eine Frau, die sagt, sie will keine Kinder, muss sich eher rechtfertigen und bekommt nicht selten einen kritischen Blick zugeworfen.) Das Modell „Frau + Kind, aber ohne Mann“ allerdings wird von der Arbeitswelt und dem Staat eher weniger unterstützt. Nicht ausreichend Kitaplätze, mangelnde Betreuungsangebote, steuerliche Entlastung, nicht ausreichend Erzieher/innen oder mangelnde finanzielle Unterstützung. Letzteres entweder durch die nicht vorhandene Unterhaltszahlung des Kindsvaters oder auch durch eine entlastende Steuerklasse, womit Vater Staat mal anerkennen könnte, was diese Frauen leisten. 

 

Zumindest die Nachlässigkeit der unterhaltspflichtigen Väter hat Herr Gabriel (SPD) jetzt für den Wahlkampf entdeckt und stellte fest: „Es ist ein Skandal, dass drei Viertel der Kinder alleinerziehender Mütter keinen oder zu geringen Unterhalt vom Kindsvater bekommen. Da muss sich dringend was ändern.“ Und weil aber diese finanziellen und organisatorischen Probleme immer noch nicht ausreichen, gibt es da noch die innere Zerreißprobe zwischen beruflichen Anforderungen und verantwortungsvollen Mutterpflichten, der sich eine alleinerziehende Frau zu stellen hat.

 

Die Zerreißprobe! 

 

Frauen bekommen heutzutage erst relativ spät ein Baby (Mitte/Ende 30), da sie erst beruflich Erfolg haben wollen. Außerdem müssen sie beruflich extrem zurückstecken dafür, dass sie Kinder wollen oder bekommen haben. Denn Verständnis vom Arbeitgeber für Verspätetes zur Arbeit kommen, weil das Kind in der Früh zum Arzt musste, bekommt frau eher weniger. Halbtagsjobs oder fest geregelte Arbeitszeiten, damit man sein Kind pünktlich vom Kindergarten abholen kann, sind nicht immer gegeben. Meine Freundin Emma (Name geändert) – zwar verheiratet, aber die tägliche Organisation des Tagesablaufes obliegt ihr - erzählte mir mal, dass es ihr fast das Herz gebrochen hat, als sie mal zu spät zum Kindergarten kam, um ihre Tochter abzuholen. „Das zerreißt dich, wenn du weißt, dein Kind steht da alleine und ist das letzte, was abgeholt wird“. Hinzu kommt auch die Tatsache, dass Frauen mit einer zeitlichen Einschränkung ihrer Flexibilität nicht die gleichen Aufstiegschancen im Betrieb oder der Firma haben wie ihre männlichen Kollegen oder kinderlose Frauen.

 

Meiner Freundin Carina (Name geändert) hat ihr Chef damals ganz klar zu verstehen gegeben: „Wenn Sie ihre Arbeitszeiten runterschrauben, ist es vorbei mit der Karriere.“ Beides berufstätige Frauen, beide hatten studiert, beide wollten arbeiten und beide wollten Kinder, und dennoch haben mir beide viel später irgendwann einmal unabhängig voneinander gesagt, dass sie auch einfach nur gern „nur Mutter“ gewesen wären und gern mehr Zeit mir ihren heranwachsenden Kindern verbracht hätten. Die Aussage „man hat eigentlich ständig ein schlechtes Gewissen, dass man nicht mehr für seine Kinder da sein kann“, drückt wohl am besten die psychische Zerreißprobe aus, der berufstätige Frauen ausgesetzt sind. Emanzipation hin oder her und die Möglichkeit beruflicher Selbstverwirklichung, am Ende muss eine Frau entscheiden: will sie Beruf und Kind, dann geht das nicht ohne zurückstecken zu müssen!   

 

Carina ist eine Frau, die nicht alleinerziehend sein wollte! Sie ist damals durch die Trennung von ihrem Mann dazu geworden und hatte nun die Aufgabe, diese Situation zu meistern. Und da gibt es keinen Plan B oder „ich kann das nicht“! Aber manche Frauen entscheiden sich heutzutage ganz bewusst zu „Kind ohne Mann“, und nehmen diese alleinige Verantwortung, mit all den Herausforderungen, gewollt in Kauf. Das sind Frauen, die Kinder wollen, aber keine Liebesbeziehung, weil sie kein Vertrauen mehr haben in die Institution und Wertigkeit der Ehe, in eine vertrauensvolle Partnerschaft oder die Dauerhaftigkeit einer Beziehung!

 

Selbstbewusste und unabhängige Frauen geben sich nicht mehr damit zufrieden, auf einen Mann zu warten, der bereit ist zu diesem Schritt. Es besteht ja auch die Gefahr, dass man zu lange wartet und dann ist der „biologische Zug“ abgefahren! Ebenso wenig wollen sie aber einen Mann überrumpeln und „ihm ein Kind anhängen“. Und es gäbe ja auch die Möglichkeit, sich einen Mann für einen One-Night-Stand auszusuchen, ihn nicht über die eigenen Pläne zu informieren und wenn’s geklappt hat, ihm nie etwas zu sagen! Meiner Meinung nach, eine riesen Sauerei und eine Frau, die was auf sich hält, sollte für so etwas zu viel Würde und Anstand besitzen. Frauen, die verantwortungsbewusst ein Kind großziehen wollen, sollten sich zu solch einer Schandtat zu schade sein. 

 

 

Die moderne, berufstätige Singlefrau, die also, warum auch immer, keinen Partner hat, der mit ihr ein Kind bekommen möchte (meiner Meinung nach im Übrigen auch ein aktuell-gesellschaftliches Problem: Männer, die sich nicht mehr festlegen möchten und ewig Bubis bleiben wollen) nimmt ihr Schicksal deshalb selbst in die Hand und entscheidet sich für eine künstliche Befruchtung. Für die Erfüllung ihres Herzenswunsches nehmen diese Frauen dabei neben hohen Kosten auch in Kauf, den Vater, und den damit anderen biologischen und charakterlichen Anteil des Kindes, nicht zu kennen! Sie entscheidet sich, alles von Anfang an alleine zu machen. Und d.h. alleine erziehen, alleine Entscheidungen zum Wohle des Kindes treffen, aber auch alleine alle Alltagsaufgaben lösen. Eine ausreichende Menge an Organisationstalent und Ausdauer wäre hier von großem Vorteil!

 

Ich persönlich habe volles Verständnis für diese Entscheidung und respektiere den Kinderwunsch jeder Frau. Allerdings wird bei der vaterlosen Erziehung die Bedeutung der männlichen Figur im Leben des Kindes völlig vernachlässigt. Meiner Meinung nach ist das nicht zu unterschätzen! Und weil ich mich im Laufe meiner Recherchen zu diesem Artikel auch damit auseinander gesetzt habe, berichte ich in einem Folgeartikel darüber berichten.

Daniele Ludewig

 

Teil 2

 

 

Quellen :

VOX „Ich mach mir ein Kind“

Persönliche Geschichten

Merkur.de

 

Über Belle Sophie

Auf Belle Sophie geht es um Ästhetik.
Sie umgibt uns und begegnet uns jeden Tag in verschiedenster Form. Nicht immer ist das Empfinden für Ästhetik dasselbe. Meinungen gibt es unzählige. Auf Belle Sophie wird eine dieser Meinungen vermittelt.

Aus Liebe zum "ß", weil es einfacher schöner aussieht, taucht es in den Texten ab Oktober 2018 wieder auf. 


Kontakt

Daniele Ludewig
Helena von Rehberg
contact@bellesophie.com
Postadresse auf Anfrage.


Kontakt aufnehmen.

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben.
Ok