27. Juni 2018

Ein bisschen "Kate" in meinem Leben

  

 

Wir lernten Sie kennen, als sie mit Prinz William zur Universität ging und die beiden miteinander anbändelten, was damals von den Medien natürlich berichtet wurde. Ich erinnere mich an sie als eine hübsche, aber normale junge Frau, die durch ihre Schüchternheit sehr mädchenhaft wirkte. Heute ist sie eine Dame, die durch ihren Charme und ihre freundliche Ausstrahlung auffällt. Wo sie hinkommt ist positive Stimmung, die sich durch das Fernsehen bis in mein heimisches Wohnzimmer überträgt.

Für mich ist sie eine extrem attraktive Frau, die natürlich ein paar genetische Vorteile mitbringt, wie eine schlanke Figur, ein schönes Gesicht und ein strahlendes Lächeln. Schaut man sie sich mal auf älteren Bildern an, sieht sie da auch hübsch aus, keine Frage, aber nicht so herausragend. Schönheit und vor allem Attraktivität hat ja auch immer was mit Ausstrahlung zu tun und die nährt sich vom Glücklichsein, innerer Zufriedenheit und Selbstvertrauen. Und so wie sie aussieht, hat sie das alles.

Das ist in ihrer Situation auch nicht unbedingt schwer. Sie ist reich, hat einen der begehrtesten Junggesellen – weil echter Prinz! – geheiratet, das war auch noch eine Liebeshochzeit, dann hat sie einen Titel (immer praktisch, denn Titel öffnet Türen und jeder will sich gern mit dir umgeben und unterhalten), wohnt in einem der am sichersten bewachten Häuser, und sie hat ständig Bodyguards um sich herum, die sie beschützen. Und als Sahnehäubchen oben drauf, gehört sie zu einer der angesehensten Familien Europas. Ganz ehrlich, da wäre ich auch einer der tiefenentspanntesten Frauen auf diesem Planeten.

 

 

 

Kate und mich trennen zwar ein paar Unterschiede, aber man soll sich ja nicht von unwichtigen Details abhalten lassen. Der Mensch braucht Vorbilder und ich habe „sie“ dazu auserkoren. Ich konnte ja auch nicht tanzen wie Michael Jackson und hatte trotzdem mein Jugendzimmer voller Poster und konnte alle Lieder mitsingen.

Ich mochte sie eigentlich von Anfang an und als Frau fühlt man doch mit, wenn ein Mann beziehungstechnisch sich nicht festlegen will und nicht in die Pötte kommt. Diesen Hickhack, den William mit ihr veranstaltet hat, der war so typisch Mann, da unterscheidet sich dann auch ein Prinz nicht von anderen gewöhnlichen Männern. Aber sie hat das ausgehalten und ist mit Würde da durch.

Was ich vor allem an ihr mag, ist zum einen ihre Eleganz und zum anderen diese unglaubliche Ruhe und Gelassenheit, die sie ausstrahlt. Mir wird oft gesagt, dass ich ruhiger werden und mich nicht so aufregen sollte. Das ist äußerst schwierig, denn ich bin vom Sternzeichen Skorpion, und wir sind eben impulsiv. Erst kürzlich sagte wieder mal ein Herr auf meiner Südenglandreise zu mir: „Sie bräuchten etwas mehr Gelassenheit“. Witziger Weise spazierten wir da gerade durch den Londoner Hyde Park auf den Kensington Palast zu, der Kates gut bewachtes Zuhause ist.

Das Aufregen und Echauffieren gehört zu mir und bringt meinen sonst so extrem niedrigen Blutdruck mal kurz auf Normalhöhe. Ich stimme allerdings zu, dass es seltener oder nicht in jeder Situation sein müsste. Und da kommt Kate ins Spiel! Neuerdings versuche ich, mir in Stresssituationen Kates Ruhe anzueignen. Dann frage ich mich still: „Würde Kate sich jetzt aufregen?“ oder „Würde Kate jetzt rennen oder sich abhetzen?“ Die Antwort an mich selbst ist dann immer: „Nein, würde sie nicht.“

Eine Lady rennt nicht und sie motzt auch nicht rum wie ein kleiner Rohrspatz. Und ich muss sagen, es hilft mir, was ich sensationell finde. Generell bin ich der Meinung, dass wir Frauen wieder alle etwas zurück zu der Lady in uns finden sollten. Wir dürfen uns nicht von den Männern, die keine Männer mehr sind, herunterziehen lassen. Das betrifft unser Selbstverständnis ebenso wie unsere Kleidung. Immer nur bequeme Jeans und Sneakers, was letztendlich auch nur ein Turnschuh ist, der zwecks gesellschaftsfähiger Straßenkleidung einen anderen Namen bekam, kann es doch nicht sein.

Wo ist denn da „die Frau in uns“, die aufschreit, weil sie in Turnschuhen herumlatschend eben nicht dieselbe Eleganz hat wie in einem Absatzschuh. Und auch hier zieht wieder die Jokerfrage: „Würde Kate in Turnschuhen in die Innenstadt oder zu einem gesellschaftlichen Treffen gehen?“ Nein und nochmals nein, denn damit geht sie allenfalls auf ein Segelboot oder über den englischen Rasen, der keine Löcher bekommen darf.

Ich muss sagen, es ist schön, dass ich das Prinzip ein Vorbild zu haben, für mich wiederentdeckt habe. Und während Kate irgendwann einmal Königin von England werden wird, werde ich mich weiter in meiner persönlichen Königsdisziplin „der inneren Ruhe und Gelassenheit“ üben.

Wenn mich also beim nächsten Mal wieder irgend so ein Affe im deutschen Straßenverkehr nervt, weil er idiotisch fährt, werde ich mich wieder fragen: „Würde Kate sich aufregen?“. Ich finde im Straßenverkehr kann man das am besten üben, denn wenn ich es da kann, ist der Rest ein Klacks.

 

Daniele Ludewig

 

Über Belle Sophie

Auf Belle Sophie geht es um Ästhetik.
Sie umgibt uns und begegnet uns jeden Tag in verschiedenster Form. Nicht immer ist das Empfinden für Ästhetik dasselbe. Meinungen gibt es unzählige. Auf Belle Sophie wird eine dieser Meinungen vermittelt.

Aus Liebe zum "ß", weil es einfacher schöner aussieht, taucht es in den Texten ab Oktober 2018 wieder auf. 


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