27. Juli 2017

"Die Erfindung der Wahrheit"   

(Originaltitel: „Miss Sloan“)

 


Bildquelle: die-erfindung-der-wahrheit-film.de

 

Manchmal tut die Wahrheit weh, aber nicht nur, weil sie unangenehm ist, sondern weil die schlimmsten Erwartungen erfüllt wurden. Dieser Politthriller blickt schonungslos hinter die Kulissen der Lobbyarbeit in einer vom Kapital regierten Welt.

Die Lobbyistin Elizabeth Sloan ist attraktiv und intelligent, zugleich verschlagen, knallhart und mitunter skrupellos. Ihre herausragenden Fähigkeiten stellt sie gut zahlenden Firmenbossen zur Verfügung, um deren Interessen in Politik und Gesellschaft zu unterstützen. Dabei ist es egal, ob es um Nutella oder Waffen geht: Erlaubt ist, was funktioniert. Eine eigene moralische Meinung ist hier fehl am Platz.

Herausragend gespielt von Jessica Chastain, schafft es die Figur „Miss Sloan“ trotz ihrer harten und unnahbaren Art, dass man sie gut findet. Mir war sie direkt sympathisch, weil sie unverblümt und erfrischend direkt ist. Es macht Spaß, ihr zuzusehen und zuzuhören. Die Texte – und es gibt viel Text, man muss gut aufpassen! – sind intelligent, voll mit Hintergrundinformationen aus der Lobbyarbeit und aufklärend. Wäre der Film nicht so aufregend und spritzig, könnte er glatt als Dokumentation durchgehen. Auf jeden Fall ist es ein tiefer Einblick in die Machtspielchen von Wirtschaft und Politik.

Leider ist es wiedermal so, dass solch ein spannender, investigativer und zugleich eleganter Film nicht in den großen Sälen der Kinos gezeigt wird. Meine Freundin und ich haben ihn uns letzte Woche in einem kleinen Programmkino mit 6 anderen Gästen angesehen. Wir waren beide der Meinung, dass das unter seinen Möglichkeiten und sehr schade ist. Bedauerlicher Weise interessieren sich die Leute heutzutage mehr für optisch überladene Superheldenfilme und plumpe Komödien als für anspruchsvolles Kino.

Ablenkung und Rumblödeln scheinen wichtiger zur Alltagsbewältigung zu sein, als sich mit den Wahrheiten dieser Welt zu befassen. Irgendwann möge mir bitte mal ein Soziologe erklären, warum das so ist?!

Seit 06. Juli läuft der Film im Kino und ich kann nur empfehlen, ihn anzuschauen, oder ihn sich später auf DVD zu besorgen.

 

Übrigens auch ein Film, den letztes Jahr das gleiche Schicksal ereilte, und der nicht in den großen Kinos zu sehen war, war „13 HOURS: The Secret Soldiers of Benghazi“. Spannend, beeindruckend und ohne Schnickschnack! Hier geht’s um Männer ohne Superkräfte und ohne bunte Strumpfhosen, die wie Flummis herumspringen und an Wänden hochkrabbeln. Echte Männer eben, keine Bubis! Sensationell.

Ich persönlich möchte mehr Filme sehen wie diese, die die Welt erklären, wie sie wirklich ist.

Daniele Ludewig

 


Bildquelle: filmstarts.de

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Auf Belle Sophie geht es um Ästhetik.
Sie umgibt uns und begegnet uns jeden Tag in verschiedenster Form. Nicht immer ist das Empfinden für Ästhetik dasselbe. Meinungen gibt es unzählige. Auf Belle Sophie wird eine dieser Meinungen vermittelt.

Aus Liebe zum "ß", weil es einfacher schöner aussieht, taucht es in den Texten ab Oktober 2018 wieder auf. 


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