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SCHAUEN SIE MAL REIN


 

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10. Juni 2019

Vor gut zweieinhalb Jahren inspirierte mich die Unterhaltung mit einer Bekannten auf einer Silvesterparty zu diesem Artikel. Wir beide waren voller Bedauern, daß so profane Dinge wie eine persönliche Handschrift immer mehr verkümmern und daß das auf Dauer Schaden bei bestimmten menschlichen Fähigkeiten anrichtet.

Da sich mein Bedauern bis heute nicht gelegt hat, und der Ruf nach Digitalisierung schon in den Grundschulen immer lauter wird, habe ich diesen Artikel nochmals online gestellt.

 

 10. Januar 2017

Appell zum Schreiben per Hand

 

Bild: pixabay 

 

Die Kunst des Schreibens von Hand und der Kalligraphie geht immer mehr verloren. Wer schreibt denn heutzutage noch ausgiebig mit der Hand, geschweige denn beherrscht die Kalligraphie, die „Kunst“ des Schönschreibens unter Anwendung verschiedener Schriftformen und Schreibmaterialien?!

Das eigene Schreiben fällt immer mehr weg: Mobiltelefon, Computer, Tablet ... alles tippt auf diesen Dingern rum. Selbst der Einkaufszettel ist meistens digital. Schreibhilfe T9, Autokorrektur und Diktierfunktion verlangen einem zusätzlich auch keine großen Rechtschreibkenntnisse mehr ab. Und so stirbt eine jahrtausendealte Fähigkeit langsam aber sicher immer mehr aus wie der Tyrannosaurus rex. Von dem geistigen Prozeß, der da verkümmert, mal ganz abgesehen.

In einem Kalligraphie-Buch, das ich mir während meines Abiturs für Gestaltung angeschafft habe, heißt es, dass etwas schriftlich festzuhalten den Zwang zur Reflexion des Gedachten beinhaltet und einem die Genauigkeit der Formulierung abverlangt. Ein hoher Anspruch, der offensichtlich heutzutage fehlt, schaut man sich an, was so geschrieben wird, vor allem im Netz. Etwas selbst mit der Hand zu schreiben hilft, sich besser zu überlegen, was man sagen will und vor allem sich besser zu erinnern. Meine Einkaufszettel sind grundsätzlich handgeschrieben und die ersten Gedanken zu einem Artikel verfasse ich immer klassisch mit Stift auf Papier. Ich liebe es, einen einfachen Stift und schnödes Papier in der Hand zu halten und dabei meine Gedanken nur mit mir selbst und nicht mit der ganzen Welt zu teilen.

Allein der Verlust des handschriftlichen Schreibens ist ja in diesem Zusammenhang noch gar nicht das einzige Problem, sondern auch die Unterscheidung von Block- und Schreibschrift. In den Schulen wird heutzutage eine Mischform aus den beiden erlaubt und sogar gelehrt. Die allgemeine Schreibschrift ist ein Mischmasch aus Schreib- und Blockschrift. Und da fängt das Desaster bereits an! Denn die Entwicklung einer eigenen Handschrift, ist Teil der Persönlichkeitsentwicklung! Es gibt sogar – oder sollte ich besser sagen: gab – es Menschen (Graphologen), die Handschriften analysieren und Rückschlüsse auf den Charakter der Person ziehen können. Ich frage mich, was Analysen der heutigen Schriften von jungen Menschen heutzutage ergeben würden? Durch das Kombinieren der beiden Schriftformen dürfte das Schriftbild relativ neutral, anonym und unpersönlich sein.

 

Bild: pixabay 

 

Ich kann mich erinnern, daß die offizielle Begründung für die letzte Rechtschreibreform die „Vereinfachung“ war. Vereinfachung heißt in diesem Zusammenhang, ich muß weniger lernen und weniger denken. Inwiefern kann das gut sein, das menschliche Gehirn weniger zu benutzen? Beim Kauf meiner Waschmaschine sagte mir der Berater, daß für deren Langlebigkeit eine regelmäßige Benutzung zu empfehlen sei, denn so ein Gerät stünde sich auch kaputt! Also benutzen, benutzen, benutzen! Meiner Meinung nach ist das mit dem Gehirn und der Fähigkeit zum Denken dasselbe.

Auf der letzten Silvesterfeier hatte ich eine Unterhaltung mit einer guten Bekannten, die über vierzig Jahre lang als Lehrerin Deutsch unterrichtet hatte. Sie erzählte mir, daß man heute schon weiß, daß der Verzicht auf die Unterscheidung von „Schreib- und Blockschrift“ die Denkfähigkeit einschränkt. Es gibt Studien, die belegen, daß ohne die Einübung einer eigenen Handschrift bzw. grundsätzlich das weniger Benutzen der Hände immer mehr zur Verkümmerung des Gehirns führt, da sich bestimmte Synapsen nicht mehr richtig verbinden. Von einem Arzt weiß ich, daß es bei Altersdemenz gehirnanregender ist, etwas mit den Händen zu machen, anstatt sich ausschließlich geistig zu beschäftigen.

Das heißt doch im Endeffekt, daß wir uns bei immer häufigerer Benutzung von technischen Geräten und „Vereinfachungen“, und dem sinkenden Anspruch an uns selbst, im Grunde zurückentwickeln! Was an den sich verschlechternden Rechtschreibfähigkeiten und leider auch den mangelhaften Allgemeinkenntnissen der nachkommenden Generation deutlich zu sehen ist. Zum Zwecke einer besseren PISA-Bewertung Deutschlands werden gute Noten heutzutage viel leichter vergeben als vor zehn oder zwanzig Jahren.

Alle schreien immer nach Individualismus, Freiheit und Selbstverwirklichung, aber beim Schreiben von Hand mit einer persönlichen Schrift hört das offensichtlich auf. Heutzutage werden ja sogar Liebeserklärungen per sms oder Mail verschickt. Der klassische Liebesbrief oder eine handgeschriebene Einladung zur Hochzeit scheinen ein altmodisches Relikt zu sein.

 

Bild: pixabay

 

Der erste Liebesbrief, den ich bekam, hatte 18 DinA-4-Seiten und enthielt liebevolle Komplimente und die Abschriften mehrerer Liebessongs. Ich war 14 Jahre alt und mich hat das offenbar so beeindruckt, dass ich mir die Anzahl der Seiten bis heute gemerkt habe. So viele mögliche Zeichen hat sms gar nicht und außerdem liegt der Brief jetzt nicht in der Vorratsdatenspeicherung eines Geheimdienstes oder eines neugierigen Netzbetreibers, sondern existiert ausschließlich in meiner persönlichen Erinnerungsschachtel. Dieser 16-jährige hatte Persönlichkeit gezeigt, indem er sich traute seine Gefühle auszudrücken und sich zudem die Mühe machte, das alles von Hand aufzuschreiben. Mehr Aufmerksamkeit kann eine Frau nicht bekommen!

Die Kultivierung einer eigenen Handschrift ist und bleibt Ausdruck von Persönlichkeit und Individualität und ich hoffe, Sie etwas angeregt zu haben, wieder häufiger mit der Hand zu schreiben und eventuell auch mal wieder einen Füllfederhalter zu verwenden!

Nehmen Sie teil an dem stillen Widerstand zur Abschaffung der Schreibschrift und des von Hand niedergeschriebenen Wortes!  

 

Daniele Ludewig                

 

 

Ungeliebtes BAUHAUS

Es war einmal eine 19-jährige Studentin, die an der Hochschule ihr Architekturstudium begann. Sie hoffte, hier ihre Kreativität ausleben zu können, angeleitet von erfahrenen Professoren, die unvoreingenommen die Studenten anleiten, das Beste aus sich rauszuholen. Sie dachte, man lege Wert auf eine vielseitige Meinung im Austausch und im Gestalten. Leider hat das nicht geklappt. Meine Hoffnung wurde enttäuscht. Die Götter in Schwarz (der Prototyp des Architekten trägt schwarze Kleidung) hatten eine ziemlich einseitige Meinung über den Architekturstil, den es zu lehren galt. Dem BAUHAUS-Stil hatten wir Studenten zu huldigen. Gebetsteppiche sollten wir ausrollen vor Gropius, Corbusier & Co. Die Schuhkarton-Architektur war das Non-plus-ultra. 100 Jahre nach Gründung der BAUHAUS-Schule wird es jetzt allerdings mal Zeit, nicht etwa für eine Wiederbelebung dieses Stils, sondern um mein Trauma zu bearbeiten. Ich werde mich an diesem angeblich unantastbaren und vermeintlich immer noch zeitgemäßen Baustil abarbeiten und ihn zerlegen. Meine Zeit ist gekommen, um dieser kantigen Architektur die Stirn zu bieten – denn ich bin nicht mehr allein mit meiner Kritik. Außerdem muß ich keine Angst mehr haben, daß ich eine schlechte Note bekomme, weil ich mich kritisch äußere, ...olé!

Daniele Ludewig

INSPIRATION & MOTIVATION


In der Art wie wir leben, wie wir wohnen, und wie wir uns kleiden, aber auch im Umgang mit anderen Menschen wird unsere subjektive Wahrnehmung beansprucht oder auch beeinflußt. Positiv wie negativ. Das Wort Ästhetik drückt dieses subjektive Empfinden über Schönheit und Harmonie am besten aus und führt zur Auseinandersetzung damit.

Ist nur Symmetrie harmonisch?
Oder entsteht Harmonie auch durch Vielfalt?
Und ist Vielfalt immer schön?
Jeder entscheidet das für sich selbst.

Belle Sophie möchte Gedanken zu diesem vielseitigen Thema, das sich durch alle Lebensbereiche zieht, mit anderen teilen, und keine absolute Meinung vermitteln. Hier soll zum Nachdenken und zur Auseinandersetzung, und manchmal zum Schmunzeln, angeregt werden. Bestenfalls ist sie ein Wegweiser für eine Gesellschaft, die vielleicht ein bisschen vergessen hat, auf sich selbst und den Umgang mit anderen Menschen zu achten!

Über Belle Sophie

Auf Belle Sophie geht es um Ästhetik.
Sie umgibt uns und begegnet uns jeden Tag in verschiedenster Form. Nicht immer ist das Empfinden für Ästhetik dasselbe. Meinungen gibt es unzählige. Auf Belle Sophie wird eine dieser Meinungen vermittelt.

Aus Liebe zum "ß", weil es einfacher schöner aussieht, taucht es in den Texten ab Oktober 2018 wieder auf. 


Kontakt

Daniele Ludewig
Helena von Rehberg
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