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12. Oktober 2018

Die Wahrheit in der Kunst

 

Bildquelle: Kinowelt-Sylt.de / © Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

 

Nach dem oscarprämierten Film „Das Leben der Anderen“ (2006) versucht sich Florian Henckel von Donnersmarck wieder an dem Thema der deutschen Geschichte. Mir persönlich gefällt das grundsätzlich gut, denn außer bösen Nazis, die immer wieder gern für das abgrundtief Böse hergenommen werden, hat die Filmbranche nicht all zu viel zu bieten. Es gibt zu wenige Filme, die die deutsche Geschichte und die Schicksale der Menschen zeigen, die keine Bösewichte waren oder wie es den Menschen nach dem Zweiten Weltkrieg erging. 

„Werk ohne Autor“ greift gleichmal mehrere Themen der vergangenen Epochen auf: das Nazithema – wiedermal –, aber eben auch die innerdeutsche Teilung, den Sozialismus und die freie Welt des Westens. Begleitet wird das Ganze durch die große Frage: Was ist Kunst und wie kann sich ein Mensch durch Kunst ausdrücken? Hier findet die Vergangenheitsbewältigung ihren Ausdruck in der Malerei – 180 Minuten lang wartet man darauf, dass die Wahrheit auf die Leinwand kommt. 

Gleich zu Beginn des Films sehen wir die im Nationalsozialismus als „entartete Kunst“ bezeichneten Bilder. Später wird der „Sozialistische Realismus“ in der DDR gezeigt, um dann in der sehr freien, künstlerischen Ausdrucksform im Westen zu enden. 

Erzählt wird die Geschichte eines Kindes, dessen an Schizophrenie leidende Tante während des Zweiten Weltkrieges verschleppt und auf Anweisung eines nazitreuen Arztes ermordet wird. Dieses Erlebnis wird den kleinen Jungen durch sein Leben begleiten, ohne daß er das vielleicht bewußt wahrnimmt. Nach dem Krieg lebt der künstlerisch begabte junge Mann in der DDR und landet auf der Kunstschule in Dresden. Hier lernt er seine Kunst hinter die Ideologie des Sozialismus zu stellen; und da gibt es kein „ich“ bin Künstler und will mich frei ausdrücken, sondern nur ein „uns“ und wie kann Kunst das „Wir“-Gefühl stärken. Die spätere Flucht in den Westen erlaubt ihm dann an der Kunstschule in Düsseldorf sich frei zu entfalten. Die Suche nach seiner eigenen Kunst, seiner Art sich auszudrücken ist auch eine Suche nach sich selbst und seinem Inneren. Und so findet am Ende seine Vergangenheit, seine Wahrheit, den Weg in seine Bilder.

 

Auf der Suche nach seiner Kunst. (Szene aus dem Film)

Bildquelle: mdr.de / © Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

 

Der Film beschäftigt sich intensiv, aber ohne Anstrengung, mit der Frage was Kunst eigentlich ist. Denn Kunst hat viele Gesichter und im Gegensatz zu dem, was häufig behauptet wird, hat es eben auch immer etwas mit persönlichem Empfinden und Geschmack zu tun. Meiner Meinung nach zeigt der Film sehr gut nach und nach die verschiedenen Kunstrichtungen auf und gibt dem Zuschauer die Möglichkeit, Kunst besser kennenzulernen und mitunter zu verstehen.

Das Mantra „Alles was wahr ist, ist schön“ zieht sich durch den kompletten Film durch und wird aber leider am Ende verleugnet. Der Maler – der Hauptprotagonist des Films, dessen Leben wir durch mehrere Epochen begleiten –, der endlich „seine Wahrheit“ gefunden hat, streitet am Ende die tiefere Bedeutung seiner Bilder ab und distanziert sich von der persönlichen Verbindung. Denn die tatsächliche Wahrheit ist, dass sein eigener Schwiegervater das Todesurteil für seine Tante unterzeichnet hatte und ohne dies zu wissen, findet dieser Zusammenhang den Weg in seine Bilder.

Durch das Abstreiten der persönlichen Bezüge zu den Motiven entwertet er den Inhalt und macht ihn willkürlich und bedeutungslos. Am Schluß stellte ich mir die Frage, ob er sich selbst und sein Werk tatsächlich nicht verstanden hat oder ob er aus PR-Gründen mit voller Berechnung gelogen hat. Denn während Künstler immer die herausragende Bedeutung und Tiefgründigkeit ihrer Werke beteuern, ist es vielleicht interessanter, genau das Gegenteil zu behaupten.

So ist es eben am Ende tatsächlich ein Werk ohne Autor, denn durch die Belanglosigkeit, die er seinen Bildern attestiert, werden sie willkürlich und könnten von jedermann sein. Daher war der Schluß des Films für mich etwas enttäuschend und die Hauptfigur verlor in meinen Augen an Glaubwürdigkeit und auch Sympathie, die er 170 Minuten lang hatte.

 

PR nervt

 

Als ich den Film angeschaut habe, war ich völlig unvoreingenommen und unwissend bezüglich irgendwelcher Zusammenhänge zur Realität oder wahren Begebenheiten. Ich wußte nichts über den Maler Gerhard Richter, an dessen Lebensgeschichte sich der Film orientiert. Sein Name und seine Bilder waren mir nicht bekannt (Asche auf mein Haupt, denn seine Bilder kosten ein kleines Vermögen). Ich dachte, die Geschichte sei frei erfunden von Herrn Donnersmarck. Aber wieso oft schreibt das Leben die erstaunlichsten Geschichten und nicht ein Drehbuchautor.

Mir wäre es lieber gewesen, die Geschichte sei frei erfunden, denn aus irgendeinem mir unverständlichen Grund fand ich den Film ohne das Hintergrundwissen besser. Dieses ganze Trarah, daß sich Gerhard Richter jetzt von dem Film distanziert und Herr Donnersmarck aber über lange, intensive Gespräche mit ihm berichtet, die so angeblich nicht stattgefunden hätten, nervt mich. Ich brauch’ das nicht! Entweder ein Film und dessen Geschichte sind gut oder eben nicht. Da brauche ich kein Drumherum und PR-Tamtam.

 

Ich empfehle den Film auf jeden Fall anzuschauen. Er ist wirklich sehr gut und bearbeitet so viele Themen, die zu Deutschland gehören und denjenigen, die sich für Kunst interessieren, werden vor allem die Szenen in der Kunstschule Düsseldorf Spaß bereiten. Denn hier wird, teilweise in trockenem Humor und teilweise in tiefgründigen Gesprächen, die Willkür und zugleich die Bedeutung von Kunst angesprochen.

Ich habe sehr viel aus diesem Film mitgenommen.

 

Filmstart war der 03. Oktober 2018.

                                                                                                                    Daniele Ludewig

 

Der exzentrische Professor der Kunstschule Düsseldorf hält einen feurigen Vortrag. (Szene aus dem Film)

Bildquelle: dasfilter.com / © Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Schon lange nicht mehr so gelacht!

Ich war immer ein Fan von Harald Schmidt, ich liebe intelligenten Humor gepaart mit Wortwitz, und wenn gesellschaftliche Typisierungen pointiert widergespiegelt werden. All das hat dieser Film. An einer Stelle gab es sogar Applaus im Kino, weil eine der Filmfiguren mit ihrem Gefühlsausbruch wohl den Nerv einiger Anwesend getroffen hatte. 

Die Deutschen können gute Komödien machen, die über Proletenkino wie "Fack ju Göhte" hinausgehen. Die Zielgruppe dürften Leute sein, die "Gott des Gemetzels" und "Frau Müller muß weg" mochten. Man muß allerdings ein paar Vorkenntnisse über deutsche Geschichte, aktuelle Politik und Gesellschaftsphänomene mitbringen, sonst kann man die Grandiosität der Dialoge nicht erkennen und ist raus. Der Film ist was für gebildete Leute, eigentlich genau dieser gebildete Mittelstand, der in "Der Vorname" auf die Schippe genommen wird. Wer nicht über sich selber lachen kann, ist deshalb auch raus. 

Ich kann diesen Kinofilm nur wärmstens empfehlen und wünsche viel Spaß! 

Daniele Ludewig
Bild: copyright Constantin Film

INSPIRATION & MOTIVATION


In der Art wie wir leben, wie wir wohnen, und wie wir uns kleiden, aber auch im Umgang mit anderen Menschen wird unsere subjektive Wahrnehmung beansprucht oder auch beeinflußt. Positiv wie negativ. Das Wort Ästhetik drückt dieses subjektive Empfinden über Schönheit und Harmonie am besten aus und führt zur Auseinandersetzung damit.

Ist nur Symmetrie harmonisch?
Oder entsteht Harmonie auch durch Vielfalt?
Und ist Vielfalt immer schön?
Jeder entscheidet das für sich selbst.

Belle Sophie möchte Gedanken zu diesem vielseitigen Thema, das sich durch alle Lebensbereiche zieht, mit anderen teilen, und keine absolute Meinung vermitteln. Hier soll zum Nachdenken und zur Auseinandersetzung, und manchmal zum Schmunzeln, angeregt werden. Bestenfalls ist sie ein Wegweiser für eine Gesellschaft, die vielleicht ein bisschen vergessen hat, auf sich selbst und den Umgang mit anderen Menschen zu achten!

Über Belle Sophie

Auf Belle Sophie geht es um Ästhetik.
Sie umgibt uns und begegnet uns jeden Tag in verschiedenster Form. Nicht immer ist das Empfinden für Ästhetik dasselbe. Meinungen gibt es unzählige. Auf Belle Sophie wird eine dieser Meinungen vermittelt.

Aus Liebe zum "ß", weil es einfacher schöner aussieht, taucht es in den Texten ab Oktober 2018 wieder auf. 


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