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19. März 2019

Schachfigur Prinzessin

Ihr Leben wird von anderen bestimmt!

 

Die Aufgabe einer Frau in Adelskreisen zu Zeiten von Königen und Fürsten war nicht die Selbstverwirklichung, sondern der Erhalt der Dynastien. Sie hatten Nachkommen zu gebären, vorzugsweise Jungs, die den Thronerhalt sicherten. Mädchen dienten nur dazu, strategisch sinnvoll verheiratet zu werden, um in den Ländern den Machterhalt oder den Frieden zu sichern.

Allerdings galt eine Sache für Jungs und Mädchen aus königlichem Hause gleichermaßen: Eine unbeschwerte Kindheit mit Herumtollen und freier Selbstentfaltung war ihnen nicht vergönnt. Sie waren kleine Erwachsene, die eine Rolle zu erfüllen hatten, die ihnen durch ihre Geburt zugeschrieben war.

 

Bildquelle: alamodefilm.de / © Alamode Film

 

Der französische Film „Ein königlicher Tausch“ zeigt das Leben von vier solchen königlichen Kindern, die Schachfiguren im großen Spiel um Thron und Macht sind. Sensitiv und in ruhiger Erzählweise begleitet der Zuschauer die sehr unterschiedlichen Charaktere. Mit tollen Kostümen, aber unaufgeregt und ohne reißerische, dramatisch aufgeputschte Texte, wird eine wahre Geschichte über den Tausch von zwei Mädchen erzählt, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und die sich ihrem Schicksal auf ihre jeweils eigene Weise fügen werden. Und wo zwei Prinzessinnen sind, gibt es auch zwei Prinzen, und alle sind auch noch über zwei bis fünf Ecken miteinander verwandt. 

Die Handlung des Films und des königlichen Tauschgeschäftes wäre kurz beschrieben mit folgenden Worten: Um das familiäre Machtbündnis von Spanien und Frankreich zu festigen – nachdem ein 13-jähriger Erbfolgekrieg gegen den Rest Europas beide Länder viel Geld und Menschenleben gekostet hatte – soll jeweils eine Prinzessin aus dem einen Land den Thronfolger aus dem jeweils anderen Land heiraten. Aber das wäre zu kurz gefaßt, denn wie jede Geschichte mit einem wahren Hintergrund lebt auch diese davon, dass man die Zusammenhänge kennt; das macht es erst interessant. Es ermöglicht dem Zuschauer einen tieferen, intensiveren Einblick in die Geschichte und in die Gefühlswelten der Menschen, um die es hier geht. In diesem Fall die von vier Kindern, deren Schicksal sich aus ihrem Geburtsrecht, oder besser ihrer Geburtspflicht, ergibt. Der Film lebt davon, daß der Zuschauer einen Einblick in die schwere Bürde bekommt, die einem Thronfolger und jungen Prinzessinnen auferlegt ist.

Die Hauptfigur ist der elfjährige Ludwig, der den Thron Frankreichs übernehmen wird, und dessen gesamte Familie verstorben ist. Er fühlt sich einsam und ist zudem von Menschen umgeben, die ihn beeinflussen wollen. Seine Rolle anzunehmen fällt ihm schwer. Im Gegensatz dazu ist die erst vierjährige spanische Prinzessin Maria Anna Victoria für ihr Alter sehr pflichbewußt. Sie nimmt ihr Schicksal an und bemüht sich, ihrem zukünftigen Gemahl und ihrer Rolle als zukünftige Königin gerecht zu werden. Leider wird sie von Ludwig mehr oder weniger ignoriert und ist am französischen Hof isoliert.

Die anderen beiden in diesem Tauschgeschäft sind der spanische Thronfolger Ludwig I. (verwirrend immer diese gleichen Namen!) und die französische Prinzessin Louise Elisabeth. Sie ist die Tochter des Herzogs Philippe II. von Orléans, der die Regentschaft Frankreichs führt, solange Ludwig (also wieder der andere aus Frankreich) volljährig ist – was damals mit 13 Jahren der Fall war. Die 12-jährige Louise Elisabeth und der 14-jährige Ludwig I. sind beide aufmüpfig und widerspenstig (auch Prinzen und Prinzessinnen kommen in die Pubertät) und tun sich schwer damit, ihre Rollen pflichtbewußt zu erfüllen.

Am Ende hat man Mitgefühl mit allen Kindern, auch den trotzigen Teenagern, und versteht die Bürde, die alle vier zu tragen haben. Die kleine Maria Anna Victoria ist entzückend, einfach zum Liebhaben. Man möchte diesem halbwüchsigen Bengel Ludwig XV. rechts und links Paar hinter die Ohren hauen dafür, daß er diese süße Maus so ignorant behandelt.

 

 

Wen’s interessiert, die Hintergründe zur Geschichte:

Geschacher unter Verwandten

Die Namen und Verwandtschaftsverhältnisse sind kompliziert, aber spannend.

 

        

v.l.n.r.: Ludwig XV. mit Maria Anna Victoria, Louise Elisabeth von Orléans, Ludwig I. (Luis) von Spanien / Bilder: © gemeinfrei    

 

Als 1715 König Ludwig XIV. von Frankreich („Sonnenkönig“) stirbt, gibt es keinen direkten Thronerben. Alle seine Kinder waren vor ihm verstorben, teilweise schon im Kindesalter. Zuletzt starb sein ältester Sohn 1711 mit 49 Jahren an den Pocken. Demnach würde nun die Thronfolge an die Enkelsöhne gehen, dementsprechend an den erstgeborenen. Der ist aber zu diesem Zeitpunkt leider auch schon tot (stirbt 1712 mit 29 Jahren an Masern oder Scharlach). Jetzt würde die Thronfolge an den Zweitgeborenen Philipp V. übergehen. Dieser ist aber seit 1700 König von Spanien. Denn als der amtierende König von Spanien starb und ebenfalls keine Nachkommen hinterließ, hat Philipp ganz laut „hier“ gerufen als der Posten vakant war. Als Zweitgeborener wird man normalerweise allenfalls Herzog. Da ist Herrscher der Seemacht Spanien – mit all seinen Kolonien in Übersee – wesentlich attraktiver. Es war nicht vorauszusehen, dass der Vater und der ältere Bruder frühzeitig wegsterben und der Thron Frankreichs frei würde.

 

Philipp V.König von Spanien (Enkel von Ludwig XIV. aus dem haus der Bourbonen) / Bilder: © gemeinfrei    

 

Der Thron Frankreichs wird vom Adelsgeschlecht der Bourbonen besetzt. Das Haus Habsburg, sprich die Österreicher, besetzten den spanischen Thron. Immer im Mannesstamm, denn Mädchen hatten kein Thronrecht. Per Testament setzte der spanische König kurz vor seinem Tod Philipp zum Thronerben ein. Philipp kam als Thronanwärter in Frage, weil seine Groß- und seine Urgroßmutter Habsburgerinnen waren. Sie waren die Ehefrauen der französischen Könige. Aber diese Linie war eben nur über die weibliche Seite vertreten und somit war Österreich nicht sonderlich erfreut darüber, daß die Bourbonen ihnen den Thron entrissen. Dieser Konflikt endete im darauffolgenden Spanischen Erbfolgekrieg (1701 - 1714), den Spanien-Frankreich gegen die Habsburger und ihre Verbündeten gewinnen konnten.

Der mögliche Thronfolger Philipp fällt also aus der französischen Thronfolge raus, weil er König von Spanien ist und bleibt!

Die Thronfolge Frankreichs fällt nun an einen Urenkel des „Sonnenkönigs“. Der erst vierjährige Junge, ebenfalls mit dem Namen Ludwig, ist Sohn des verstorbenen erstgeborenen Enkels, also der Bruder von Philipp V. von Spanien. Auch der kleine Ludwig ist nur der Drittgeborene und hätte wohl nicht damit gerechnet, König von Frankreich zu werden. Umgeben vom Tod der Eltern, seiner zwei Brüder, des Groß- und Urgroßvaters, von denen die meisten an Krankheiten wie Masern oder Pocken gestorben sind, wächst der kleine Junge ohne Familie auf. Seine einzige Bezugsperson und Vertraute ist seine Gouvernante, die einen liebevollen Umgang mit ihm pflegt.

Da Ludwig, der nun „Ludwig XV.“ heißt, mit seinen vier Jahren noch zu klein ist, um die Regierungsgeschäfte zu übernehmen, wird bis zu dessen Volljährigkeit Philippe II. von Orléans (ebenfalls ein Verwandter: Neffe von Ludwig XIV.) als Regent eingesetzt. Somit waren jetzt alle Pöstchen besetzt und die Kronen verteilt.

 

Familienverhältnisse und Thronfolge beim Tod von Ludwig XIV. von Frankreich / © bellesophie.com

 

1721, als Ludwig XV. elf Jahre alt ist, beschließt der Regierungsrat, dass eine Ehefrau her muß. Zur Festigung des Machterhalts und des familiären Bündnisses zwischen Frankreich und Spanien gegen den Rest Europas, der immer noch gegen die Machtbündelung dieser beiden Reiche ist, soll es eine Prinzessin aus Spanien und somit dem Hause der Bourbonen sein. Und da doppelt gemoppelt besser hält, sind gleich zwei Prinzessinnen von dieser diplomatischen Eheplanung betroffen.

Ludwig XV. soll seine Cousine, die vierjährige Maria Anna Victoria, Tochter von König Philipp V. von Spanien, heiraten. Im Gegenzug dazu soll dessen Sohn Luis (span. Variante von Ludwig, das wird hier sonst zu kompliziert) mit der Tochter des derzeitigen Regenten Philippe II. von Orléans verheiratet werden. Luis ist 14 und Louise Elisabeth von Orléans 12 Jahre alt. Auch diese beiden sind über fünf Ecken miteinander verwandt. Die Einen nennen so etwas Reinhaltung der Linie, die Anderen würden Inzucht dazu sagen.                      

Der Austausch der beiden Mädchen findet an der Grenze zwischen Frankreich und Spanien statt. Wie wertvolle Schmuckstücke wechseln die beiden ihr Land und ihre nationale Identität. Aber während die kleine Maria Anna Victoria ihre Rolle als zukünftige Königin Frankreichs annimmt, rebelliert die aufmüpfige Louise Elisabeth gegen alles und jeden. Dass sie einmal Königin von Spanien wird, interessiert sie nicht. Ihre Großmutter, unsere deutsche Liselotte von der Pfalz, ließ sich wohl häufiger in ihren allseits bekannten Briefwechseln über die Ungezogenheit ihrer Enkelin aus.

Ihnen allen bleibt eine unbeschwerte und wertschätzende Kindheit verwehrt – aber so war das eben damals! Kindsein war nutzlos, es war im Grunde nur die Phase vor dem Erwachsensein.

In erster Linie war man Prinzessin und Thronfolger und hatte nur eine Funktion zu erfüllen: Die Macht- und Blutlinie der Adelshäuser zu sichern.

Aber dieses Tauschgeschäft endet leider nicht wie geplant und nicht glücklich.

1724 wird Luis mit 15 Jahren König von Spanien und Louise Elisabeth mit 14 Königin. Trotz des jungen Alters wurde vor allem von ihr erwartet, dass sie für Nachkommen sorgt. Nicht mal sieben Monate nach Amtsantritt verstirbt Luis an den Pocken. Da Louise Elisabeth keine Kinder mit ihm hatte, und vor allem keinen Thronfolger für ihre Legitimation vorweisen konnte, war sie nun nutzlos für den spanischen Hof.

Zur gleichen Zeit am französischen Hof pflegte Ludwig immer noch einen distanzierten Umgang mit der kleinen Maria Anna Victoria. Die beiden waren immer noch nicht verheiratet, denn mit ihren nicht mal sieben Jahren war die Prinzessin immer noch zu jung, um verheiratet zu werden. Die Intrigen und strategischen Überlegungen, den jungen König mit einer anderen, älteren Prinzessin zu verheiraten und somit schnellstmöglich Nachkommen zeugen zu können, wurden immer stärker und hatten letztendlich Erfolg.

Im April 1725 schickte man die kleine entzückende Maria Anna Victoria wie ein ungewolltes Paket zurück nach Spanien. Ihr Vater Philipp V., der nach dem Tod seines Sohnes wieder König von Spanien wurde, war empört. Zurecht sagt er im Film, daß er eigentlich mit einer Armee in Frankreich einfallen müsse. Aber es wurde nur die für den spanischen Hof ebenso nutzlos gewordene Louise Elisabeth wie ein überflüssiger Balast zurück nach Frankreich geschickt. Wieder an der Grenze tauschten die beiden jungen Prinzessinnen die Länder und die Schicksale aller endeten anders als geplant.

Luis starb mit 17 Jahren in Madrid an den Pocken.

Louise Elisabeth stirbt mit 32 Jahren in Paris einsam und vergessen.

Maria Anna Victoria wird mit 11 Jahren (1729) mit dem portugiesischen Thronfolger verheiratet. Ab 1750 ist sie Königin von Portugal, wozu auch große Gebiete Südamerikas gehören. Zweimal wurde ihr vorgeschlagen eine ihrer Töchter mit dem Sohn und Thronfolger von Ludwig XV. zu verheiraten. Das lehnte sie ab! (Hätte ich auch gemacht!)  Sie stirbt mit 62 Jahren in Lissabon.

Ludwig XV. wird noch im gleichen Jahr, in dem er Maria Anna Victoria zurück nach Spanien schickte, die 22-jährige polnische Prinzessin Maria Leszczynska heiraten, ist sie doch im gebärfähigen Alter. Er stirbt mit 64 Jahren in Versailles – ebenso wie die meisten aus seiner Familie! – an den Pocken.

 

Daniele Ludewig

 

 

 

Ungeliebtes BAUHAUS

Es war einmal eine 19-jährige Studentin, die an der Hochschule ihr Architekturstudium begann. Sie hoffte, hier ihre Kreativität ausleben zu können, angeleitet von erfahrenen Professoren, die unvoreingenommen die Studenten anleiten, das Beste aus sich rauszuholen. Sie dachte, man lege Wert auf eine vielseitige Meinung im Austausch und im Gestalten. Leider hat das nicht geklappt. Meine Hoffnung wurde enttäuscht. Die Götter in Schwarz (der Prototyp des Architekten trägt schwarze Kleidung) hatten eine ziemlich einseitige Meinung über den Architekturstil, den es zu lehren galt. Dem BAUHAUS-Stil hatten wir Studenten zu huldigen. Gebetsteppiche sollten wir ausrollen vor Gropius, Corbusier & Co. Die Schuhkarton-Architektur war das Non-plus-ultra. 100 Jahre nach Gründung der BAUHAUS-Schule wird es jetzt allerdings mal Zeit, nicht etwa für eine Wiederbelebung dieses Stils, sondern um mein Trauma zu bearbeiten. Ich werde mich an diesem angeblich unantastbaren und vermeintlich immer noch zeitgemäßen Baustil abarbeiten und ihn zerlegen. Meine Zeit ist gekommen, um dieser kantigen Architektur die Stirn zu bieten – denn ich bin nicht mehr allein mit meiner Kritik. Außerdem muß ich keine Angst mehr haben, daß ich eine schlechte Note bekomme, weil ich mich kritisch äußere, ...olé!

Daniele Ludewig

INSPIRATION & MOTIVATION


In der Art wie wir leben, wie wir wohnen, und wie wir uns kleiden, aber auch im Umgang mit anderen Menschen wird unsere subjektive Wahrnehmung beansprucht oder auch beeinflußt. Positiv wie negativ. Das Wort Ästhetik drückt dieses subjektive Empfinden über Schönheit und Harmonie am besten aus und führt zur Auseinandersetzung damit.

Ist nur Symmetrie harmonisch?
Oder entsteht Harmonie auch durch Vielfalt?
Und ist Vielfalt immer schön?
Jeder entscheidet das für sich selbst.

Belle Sophie möchte Gedanken zu diesem vielseitigen Thema, das sich durch alle Lebensbereiche zieht, mit anderen teilen, und keine absolute Meinung vermitteln. Hier soll zum Nachdenken und zur Auseinandersetzung, und manchmal zum Schmunzeln, angeregt werden. Bestenfalls ist sie ein Wegweiser für eine Gesellschaft, die vielleicht ein bisschen vergessen hat, auf sich selbst und den Umgang mit anderen Menschen zu achten!

Über Belle Sophie

Auf Belle Sophie geht es um Ästhetik.
Sie umgibt uns und begegnet uns jeden Tag in verschiedenster Form. Nicht immer ist das Empfinden für Ästhetik dasselbe. Meinungen gibt es unzählige. Auf Belle Sophie wird eine dieser Meinungen vermittelt.

Aus Liebe zum "ß", weil es einfacher schöner aussieht, taucht es in den Texten ab Oktober 2018 wieder auf. 


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Daniele Ludewig
Helena von Rehberg
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