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02. November 2018

BREXIT -

Rosenkrieg in der Krabbelgruppe

 

Bild: shutterstock.com

 

An dem Juni-Abend 2016, als das Votum zum Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union bevor stand, bin ich abends schlafen gegangen mit der Erwartung, daß alles so bleibt wie bisher. Ich konnte mir nicht vorstellen, daß in diesem festgefahrenen System und der demonstrativen Einigkeit der Politiker eine unvorhersehbare, gravierende Veränderung eintreten könnte. Alles schien so in Stein gemeißelt. Doch die Briten bescherten mir am nächsten Morgen eine echte Überraschung. Mit ihrem „Nein“ zur EU zeigten sie, daß letztendlich das Konstrukt der Europäischen Union nicht für jedermann die Erfüllung seines Daseins ist. 

Was mich wiedermal darin bestärkte, daß die politische Führungselite die Bürger aller Länder im Vorfeld eines Beitritts hätte fragen müssen. Es wäre richtiger gewesen, die Zustimmung der Menschen einzuholen, die die Veränderungen und Konsequenzen mittragen müssen. Und vor allem wäre es ehrlicher gewesen, den Menschen zu sagen, was das im Einzelnen bedeutet. Beispielsweise das Abwandern von Produktionsstätten in Niedriglohnländer, dementsprechender Wegfall von Arbeitsplätzen in Ländern mit besseren Löhnen, Schuldenausgleich für die wirtschaftlich schwachen Länder, unkontrolliertes Umherwandern von Menschen, da es keine Grenzkontrollen mehr gibt, Mieterhöhungen, weil Immobilienspekulanten länderübergreifend arbeiten können etc. etc. etc.

Die Entscheidung einiger Weniger, der Politiker – deren wirtschaftliche Beeinflussung durch Großkonzerne mittlerweile unbestritten sein dürfte – muß anschließend von allen Menschen der EU-Länder getragen werden. Es kam im Vorfeld keiner ernsthaft auf die Idee, diese Menschen zu fragen, ob sie das überhaupt möchten. Wie in früheren Jahrhunderten wurde es der Bevölkerung von den Landesfürsten der Politik aufgezwungen mit dem Versprechen, daß alles ganz toll und auf jeden Fall eine Verbesserung werde. 

Jetzt haben die Briten gemerkt, daß nicht alles toll ist, das Versäumnis der Volksbefragung nachgeholt, und die haben dann „nein“ zur EU und „ja“ zum Austritt gesagt. Seitdem regt sich die politische Elite (und auch viele Bürger) über diese Entscheidung auf, ist beleidigt und persönlich betroffen. Das kann doch nicht sein? Alles pocht doch immer auf demokratische Grundwerte und Bürgernähe, beschwert sich aber dann, wenn eine in höchstem Maße demokratische Volksabstimmung durchgeführt wird.

Seit dem Beginn der Austrittsverhandlungen zwischen Großbritannien und der EU, stellen sich die Brüsselaner wie schmollende Kinder an, mit denen man im Sandkasten nicht mehr spielen möchte und wo um die Förmchen gestritten wird. Herr Junker benimmt sich wie ein bockiger Bubi, der heulend zu Mutti Merkel läuft, weil ihm jemand seine Schaufel weggenommen hat. Und der Rest der EU-Krabbelgruppe kommt aus dem Jammern nicht heraus, weil man es einfach nicht fassen. Niemand trägt konstruktiv zur Streitschlichtung und Einigung der gegensätzlichen Standpunkte bei.

Klug und im Sinne aller Beteiligten wäre es, wenn man sich zusammensetzen würde und ein faires Wirtschaftsabkommen für beide Seiten träfe. Mit Ländern wie China, Japan, Kanada und sonst wem bekommen sie das auch hin. Aber im Fall der Briten geht das leider nicht, weil die schmollenden Brüsselkinder ein Exempel statuieren wollen an den Insulanern, die keinen Bock mehr haben auf gemeinsames Sandburgenbauen. Denn es soll bloß kein anderes Mitgliedsland auf die Idee kommen, es könne ebenfalls die Spielgruppe ungeschoren verlassen und womöglich auch noch ein paar von den Sandförmchen abbekommen.

Würden alle mal aufhören, die beleidigte Leberwurst zu spielen und die Entscheidung wie Erwachsene zu respektieren, könnte man erkennen, worum es letztendlich wirklich in diesem Streit geht: Geld. Tatsächlich geht es doch in diesem ganzen EU-Ding nur um die Vorteile für die Wirtschaft und somit um’s liebe Geld. Das Etikett, das auf die EU geklebt wurde, um es den Bürgern schmackhaft zu machen, von gleichen Grundwerten, gleichen Lebensstandards, Chancengleichheit und garniert mit dem Sahnehäubchen des grenzenlosen Reisens, ist doch bis jetzt immer noch eine Verpackung ohne Inhalt. Und immer mehr Europäer merken das.

Unterdes hören die Brüsselaner nicht damit auf, sich wie ein verlassener Ehepartner zu benehmen, der frustriert ist, weil er zurückgewiesen wurde mit all seinen tollen Idealen und großartigen Werten. Das ist wie bei einer gewöhnlichen Scheidung: Einer ist noch verliebt und will nicht loslassen von der Idealvorstellung dieser Beziehung. Der andere hingegen möchte aber lieber ein eigenes, selbständiges Leben führen, ohne den nervigen Partner, der eben nicht mehr so attraktiv ist, wie einst. Leider zettelt der verschmähte Partner einen Rosenkrieg an, damit sein Ego keinen Schaden nimmt und verliert dabei seine Würde.

 

Bild: shutterstock.com

 

Wer ist eigentlich der Dumme?

 

Die Diskussion über den Brexit beginnt immer damit, daß angeblich die jungen Leute nicht zur Abstimmung gegangen wären, und wenn die aber mitgestimmt hätten, ja dann wäre alles anders ausgegangen. Hätte, hätte, Fahrradkette ... Fakt ist erstens, daß es ungewiß ist, ob die daheimgebliebenen Jungwähler tatsächlich das Ergebnis ausschlagegebend geändert hätten, und zweitens, daß diejenigen, die nicht an einer Abstimmung teilnehmen, am Ende nicht rumheulen und sich beschweren dürfen, daß es nicht wie gewünscht ausgegangen ist. Ja, das Ergebnis war knapp, aber völlig regulär. 52%, also mehr als die Hälfte, waren dafür, das Korsett der EU abzulegen und wieder selbstbestimmt zu sein. Ende der Diskussion!

Im Übrigen ist auch die Formulierung der Diskutanten interessant, die Briten würden aus Europa austreten. Europa ist ein Kontinent, da kann man nicht austreten! Wenn man sich schon mokiert über die Entscheidung anderer, sollte man wenigstens bei den Fakten bleiben. Aber im Sinne der Dramatisierung wird in den Medien und Talkshows eine Formulierung gewählt, die schlichtweg falsch ist.

Richtig ist: Die EU ist ein Verbund per Vertrag, der aus der EWG, der europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, entstanden ist. Somit wäre dann auch gleich geklärt, was die Motivation der Führungselite ursprünglich mal war: Geld. Und wer immer noch glaubt, der normale Handwerker oder die einfache Verkäuferin hätten irgendetwas von diesem sich anhäufenden Vermögen der EU-Maschinerie, der hat das System immer noch nicht verstanden.

Neulich hat Herr Gabriel (ehem. Außenminister) bei Anne Will zu dem Thema Brexit gesagt, daß die finanziellen Vorteile der EU nicht bei allen ankämen. Was für eine kluge Erkenntnis, ich bin begeistert. Das wird doch nicht die Einsicht zu dem Votum der Briten sein?

Aber es gibt noch genug Menschen in Deutschland, die sich einwickeln lassen von dem EU-Etikett und die begeistert sind vom grenzenlosen Reisen. (Für manche scheint es eine echte Herausforderung zu sein, an der Grenze mal kurz den Ausweis zu zeigen.) Ich hatte schon Unterhaltungen mit Bekannten, von denen ich wirklich dachte, sie seien gut gebildeter Mittelstand und fähig zu konstruktiven Gesprächen. Aber auch hier waren beleidigte Leberwürste und Rosenkrieger dabei.

„Die seien ja dumm“ (also die Briten) und „sie würden schon sehen, was sie davon haben“, motzte es mir schon mehrfach ins Ohr. Derart plumpe Äußerungen finde ich zum Beispiel viel dümmer. Detailliierte Argumente kamen keine, außer die vorgefertigte Meinung aus den Medien, daß die (also wieder die Briten) in ihren finanziellen Ruin rennen würden. Wie ein Mantra haben das einige auswendig gelernt und blöken es nach, obwohl sie weder Finanz- noch Wirtschaftsexperten sind.

Ehrlich gesagt empfinde ich es als eine Frechheit, derart abfällig über die Entscheidung anderer Menschen zu urteilen, deren Beweggründe man im Einzelnen nicht kennt. Zudem ist es verdammt nochmal das Recht des Briten, über seine Lebensumstände selbst zu entscheiden. Er hat ja schließlich auch die Konsequenzen zu tragen. Ob der anderen Seite des Ärmelkanals das gefällt ist sekundär. Und was geht’s den Mann in der Kneipe an, was aus dem Briten wird? Diejenigen, die so plump (und wie ich finde "dumm"!) daherreden, sollten einfach mal zugeben, daß sie eigentlich nur sauer sind, weil einer der Nettozahler der EU wegfällt. Jetzt muß der kleine deutsche EU-Bürger mit seinem gekränkten Ego der Zurückweisung auch noch mehr zahlen – da kann das Bier schon mal fad schmecken.

 

Es ist direkt undemokratisch, daß manche Menschen nicht begreifen, daß man unterschiedlicher Meinung sein und verschiedene Prioritäten haben kann. Und daß das dann noch als „dumm“ bezeichnet wird, finde ich entsetzlich. So sitzen wir jetzt alle im Sandkasten und streiten um das Förmchen der „vermeintlichen Allwissenheit“.

Ich würde mir mehr Respekt wünschen, gegenüber den Entscheidungen anderer. Meinungsfreiheit heißt auch, anderer Meinung sein zu dürfen und ich breche meine Lanze für all diejenigen, die sich das trauen.

 

Helena von Rehberg

 

Bild: Mr Pics / shutterstock.com

 

 

Schon lange nicht mehr so gelacht!

Ich war immer ein Fan von Harald Schmidt, ich liebe intelligenten Humor gepaart mit Wortwitz, und wenn gesellschaftliche Typisierungen pointiert widergespiegelt werden. All das hat dieser Film. An einer Stelle gab es sogar Applaus im Kino, weil eine der Filmfiguren mit ihrem Gefühlsausbruch wohl den Nerv einiger Anwesend getroffen hatte. 

Die Deutschen können gute Komödien machen, die über Proletenkino wie "Fack ju Göhte" hinausgehen. Die Zielgruppe dürften Leute sein, die "Gott des Gemetzels" und "Frau Müller muß weg" mochten. Man muß allerdings ein paar Vorkenntnisse über deutsche Geschichte, aktuelle Politik und Gesellschaftsphänomene mitbringen, sonst kann man die Grandiosität der Dialoge nicht erkennen und ist raus. Der Film ist was für gebildete Leute, eigentlich genau dieser gebildete Mittelstand, der in "Der Vorname" auf die Schippe genommen wird. Wer nicht über sich selber lachen kann, ist deshalb auch raus. 

Ich kann diesen Kinofilm nur wärmstens empfehlen und wünsche viel Spaß! 

Daniele Ludewig
Bild: copyright Constantin Film

INSPIRATION & MOTIVATION


In der Art wie wir leben, wie wir wohnen, und wie wir uns kleiden, aber auch im Umgang mit anderen Menschen wird unsere subjektive Wahrnehmung beansprucht oder auch beeinflußt. Positiv wie negativ. Das Wort Ästhetik drückt dieses subjektive Empfinden über Schönheit und Harmonie am besten aus und führt zur Auseinandersetzung damit.

Ist nur Symmetrie harmonisch?
Oder entsteht Harmonie auch durch Vielfalt?
Und ist Vielfalt immer schön?
Jeder entscheidet das für sich selbst.

Belle Sophie möchte Gedanken zu diesem vielseitigen Thema, das sich durch alle Lebensbereiche zieht, mit anderen teilen, und keine absolute Meinung vermitteln. Hier soll zum Nachdenken und zur Auseinandersetzung, und manchmal zum Schmunzeln, angeregt werden. Bestenfalls ist sie ein Wegweiser für eine Gesellschaft, die vielleicht ein bisschen vergessen hat, auf sich selbst und den Umgang mit anderen Menschen zu achten!

Über Belle Sophie

Auf Belle Sophie geht es um Ästhetik.
Sie umgibt uns und begegnet uns jeden Tag in verschiedenster Form. Nicht immer ist das Empfinden für Ästhetik dasselbe. Meinungen gibt es unzählige. Auf Belle Sophie wird eine dieser Meinungen vermittelt.

Aus Liebe zum "ß", weil es einfacher schöner aussieht, taucht es in den Texten ab Oktober 2018 wieder auf. 


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Helena von Rehberg
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